Prepaid oder monatlich kündbarer Handyvertrag: Was passt zu Ihnen?

Sie möchten beim Handytarif flexibel bleiben und sich nicht für zwei Jahre binden? Dann kommen sowohl Prepaid als auch ein monatlich kündbarer Vertrag infrage. Welche Variante besser passt, hängt vor allem von Ihrem Datenbedarf, Ihrer gewünschten Kostenkontrolle und der geplanten Nutzungsdauer ab. Einen pauschalen Preisgewinner gibt es nicht.
Die kurze Orientierung: Prepaid eignet sich besonders, wenn Sie bewusst Guthaben aufladen oder einen Anschluss nur gelegentlich nutzen möchten. Ein monatlich kündbarer Vertrag passt, wenn der Tarif ohne Aufladeaufwand durchlaufen soll. Vergleichen Sie bei beiden Varianten die tatsächlichen Leistungen und Gesamtkosten.
Was unterscheidet Prepaid von einem kurzen Vertrag?
Prepaid: Sie zahlen im Voraus. Vom Guthaben werden gebuchte Pakete und gegebenenfalls einzelne Leistungen abgezogen. Eine Option mit Datenvolumen und Telefonie verlängert sich häufig automatisch, wenn genug Guthaben vorhanden ist. Was bei fehlender Deckung passiert, hängt vom Tarif ab: Prüfen Sie insbesondere, ob das Paket pausiert und welche Preise dann gelten.
Monatlich kündbarer Vertrag: Sie erhalten regelmäßig eine Rechnung beziehungsweise zahlen per vereinbartem Bankeinzug. Der Anschluss läuft bis zur wirksamen Kündigung weiter. Die kurze Bindung ersetzt also nicht die Kündigung. Auch Prepaid ist rechtlich ein Vertrag; die Bezeichnung beschreibt zunächst die Vorauszahlung.
Eine Einordnung der Zahlungsmodelle bietet die Verbraucherzentrale: Prepaid oder Laufzeitvertrag.
Vier Wochen sind nicht ein Monat
Prepaid-Pakete gelten für 28 Tage, andere Tarife rechnen nach Kalendermonaten oder einem anderen Zeitraum ab. Lesen Sie deshalb die Preisangabe genau. Bei durchgehender Nutzung entsprechen 13 Pakete à vier Wochen 364 Tagen. Ein monatlicher Preis fällt dagegen zwölfmal im Jahr an.
Rechenbeispiel, kein konkretes Tarifangebot: 10 Euro je vier Wochen ergeben 130 Euro für 13 Pakete. 10 Euro pro Monat ergeben 120 Euro für zwölf Monate. Trotz gleicher beworbener Zahl liegt die erste Variante für annähernd ein Jahr rund 10 Euro höher. Quelle zur unterschiedlichen Abrechnung: Verbraucherzentrale: vier Wochen oder ein Monat.
Vergleichen Sie trotzdem nicht nur den Preis: Ein neues Datenpaket beginnt bei vierwöchiger Abrechnung ebenfalls häufiger. Wichtig ist, ob das enthaltene Volumen Ihren Bedarf über den jeweiligen Zeitraum deckt.
Anschlusskosten können den Preisvorteil aufzehren
Für kurze Nutzungszeiten fallen einmalige Kosten besonders ins Gewicht. Angenommen, Tarif A kostet 8 Euro monatlich plus 20 Euro Anschlussgebühr, Tarif B dagegen 10 Euro monatlich ohne Anschlussgebühr. Nach drei Monaten kostet A insgesamt 44 Euro und B 30 Euro. Erst nach zehn Monaten liegen beide bei 100 Euro. Auch das ist ein reines Rechenbeispiel mit gleichbleibenden Preisen und ohne weitere Kosten.
Rechnen Sie daher für Ihren geplanten Nutzungszeitraum: laufende Entgelte plus Start-, Versand- und Zusatzkosten minus tatsächlich nutzbare Vergünstigungen. Ein Startguthaben ist keine Barauszahlung. Prüfen Sie bei Boni die Bedingungen und bei Aktionspreisen den Preis nach Ende des Rabatts. Unser Effektivpreis berücksichtigt das.
Wie gut lässt sich das Budget begrenzen?
Manuelles Aufladen macht Ausgaben bei Prepaid gut sichtbar. Mit automatischer Aufladung kann jedoch wiederholt Geld vom Bankkonto nachfließen. Kontrollieren Sie deshalb Auslöser und gegebenenfalls verfügbare Aufladelimits, besonders bei einem Kinderhandy. Das aktuelle Guthaben allein ist dann kein festes Ausgabenlimit.
Bei beiden Modellen sollten Sie kostenpflichtige Daten-Nachbuchungen, eine mögliche Datenautomatik und Leistungen außerhalb der Flat prüfen. Dazu können Sonderrufnummern und bestimmte Auslandsverbindungen gehören. Gegen unerwünschtes Bezahlen über die Handyrechnung hilft eine passend eingerichtete Drittanbietersperre.
Was bedeutet „monatlich kündbar“ genau?
Prüfen Sie vor dem Abschluss die anfängliche Mindestlaufzeit, die Kündigungsfrist und den frühestmöglichen Endtermin. Die Werbeaussage „ohne Laufzeit“ bedeutet nicht automatisch, dass Sie den Anschluss jederzeit mit sofortiger Wirkung beenden können.
Davon zu unterscheiden ist ein zunächst länger gebundener Vertrag: Hat er sich nach Ablauf seiner Mindestlaufzeit stillschweigend verlängert, können Verbraucher ihn mit einer Frist von einem Monat kündigen. Das macht einen neuen 24-Monats-Vertrag nicht schon ab Beginn monatlich kündbar. Quelle: Bundesnetzagentur zu Laufzeit und Kündigung.
Prüfen Sie außerdem separat gebuchte Optionen und eine mögliche Gerätefinanzierung. Eine kurze Tariflaufzeit sagt noch nichts darüber aus, wie lange Sie ein Smartphone abbezahlen.
Welche Variante passt zu welcher Nutzung?
- Sie nutzen das Handy nur gelegentlich: Prüfen Sie einen Prepaid-Basistarif ohne regelmäßige Paketgebühr. Für häufige Datenverbindungen können Einzelpreise allerdings teuer sein.
- Sie telefonieren und surfen jeden Tag: Vergleichen Sie ein passendes Prepaid-Paket mit einem monatlich kündbaren Tarif im gleichen Netz und mit ähnlicher Ausstattung.
- Sie brauchen nur für wenige Monate einen Anschluss: Achten Sie besonders auf Startkosten und Kündigungsfristen. Ein niedriger Monatspreis allein reicht nicht.
- Sie möchten einem Kind ein Budget geben: Prepaid mit bewusster Aufladung kann helfen. Prüfen Sie zusätzliche Kaufmöglichkeiten und automatische Aufladungen gemeinsam.
- Sie brauchen viel Datenvolumen: Vergleichen Sie beide Modelle anhand aktueller Angebote. Aus dem Datenbedarf allein folgt nicht, dass ein Vertrag günstiger ist.
Prepaid pausieren: Guthaben und Rufnummer im Blick behalten
Eine Paketoption abzuwählen ist nicht dasselbe wie die SIM-Karte zu kündigen. Prüfen Sie, ob danach ein Basistarif gilt. Außerdem können Anbieter eine lange ungenutzte beziehungsweise nicht aufgeladene Karte nach ihren Bedingungen kündigen. Wer eine Zweitnummer behalten möchte, sollte entsprechende Mitteilungen beachten.
Nach Vertragsende können Sie die Auszahlung selbst eingezahlten Restguthabens verlangen. Für geschenktes Start- oder Bonusguthaben gelten andere Bedingungen. Hinweise und einen Musterbrief bietet die Verbraucherzentrale zur Guthabenauszahlung. Für den Wechsel mit bestehender Nummer lesen Sie unseren Ratgeber zur Rufnummernmitnahme.
So treffen Sie Ihre Entscheidung
Beginnen Sie mit dem benötigten Netz und Ihrem tatsächlichen Datenverbrauch. Prüfen Sie anschließend Kosten über denselben Zeitraum, Zusatzgebühren, Geschwindigkeit, eSIM-Unterstützung und die für Sie relevanten Roaming-Leistungen. Erst dann entscheiden Sie, ob Vorauszahlung oder ein laufender Rechnungstarif besser zu Ihrem Alltag passt.
Aktuelle Angebote finden Sie im Prepaid-Vergleich und im Vergleich monatlich kündbarer Handytarife. Für die Grundlagen ergänzt unser Ratgeber zur Tarifwahl die Entscheidung.